Mal schauen, was wird.

Zum Start ins neue Jahr für The Eye Test schreibe ich heute eine sogenannte Prediction. Das, was alle nennenswerten YouTuber, Podcaster und Streamer sinnvollerweise zu Beginn der Saison machen, folgt nun in schriftlicher Form und zwei Tage zu spät von uns. Zur Winterpause, wo der Vorhersagewert zugegebenermaßen schon etwas begrenzt ist. Immerhin basieren alle Vorhersagen, die man zur Mitte der Saison trifft, auf bereits gesehenem. Doch glücklicherweise befindet sich König Fußball stets im Wandel. Neue Trainer, Abgänge von Schlüsselspielern oder Neueinkäufe. Sie alle nehmen großen Einfluss auf den Rest der Saison. Genau diese Veränderungen sind es, die ich mir in unserer Prediction heute zuvorderst ansehen möchte, bevor die obligatorischen Titel vergeben werden.

Steffen Baumgart ist neuer Trainer von Union Berlin

Quelle: Sandro Halank, Wikimedia Commons

Es kommt hier zusammen, was zusammen gehört. Baumgart lässt keinen schönen Fußball, sondern eher pragmatisch spielen. Flanken und Kopfballtore sind seine große Liebe. Daher darf man gespannt sein, was er aus Jordan herauskitzeln kann. Bereits als Spieler für die Unioner tätig, tritt der letzte,  einer langen Reihe von gescheiterten HSV Trainern, seinen dritten Job innerhalb der letzten 12 Monate an. Sowohl für ihn als auch für Union sollte es jetzt langsam mal funktionieren. Ob der Trainer Steffen Baumgart allerdings ein Upgrade zum Trainer Bo Svensson darstellt, ist für mich mehr als fraglich. Der Kader, klar für ein System mit der Fünferkette zusammengestellt, verkündete Baumgart, er lasse Viererkette spielen. Die Umstellung wird Zeit brauchen. Schon beim HSV war der neue-Trainer-Effekt bereits im zweiten Spiel verpufft. Die jeweils kurze Zeit zwischen Trainerjobs lässt es nicht zu, die eigene Spielidee ausführlich zu reflektieren und sie dadurch weiterzuentwickeln. Diese Idee kann jetzt bei Union funktionieren oder eben nicht, bzw. nur teilweise. Ich vermute, Union wird genau da stehen bleiben, wo sie aktuell sind. Nicht in akuter Abstiegsgefahr, weil die Teams dahinter zu schwach sind, aber mehr auch nicht. Läuft es für Union nun schlechter als unter Svensson, wird man Baumgart in seinem nächsten Job eher wieder in der 2. Bundesliga antreffen.

Geht Marmoush zu City?

Quelle: Creative Commons | Free Malaysia Today 

Omar Marmoush wird die Eintracht aus Frankfurt aller Voraussicht nach gen Manchester City verlassen. 80 Millionen Euro werden als Ablöse kolportiert. Für die Eintracht das nächste enorme Transferplus, immerhin war der Ägypter ablösefrei an den Main gewechselt. Für City wäre Marmoush der Nachfolger von Julian Alvarez, den man Ersatzlos nach Spanien zu Atletico Madrid ziehen ließ. Seine Torgefahr konnte man in der laufenden Saison bisher nicht ersetzen und so wirken die Citizens teils Zahnlos. Allein kann nicht einmal ein Erling Braut Haaland alles ausbügeln. Es fehlt ein zweiter Torjäger und den könnte man mit Omar Marmoush, der in 15 Spielen schon 21 Scorerpunkte verbucht hat, bekommen. Für den Stürmer wiederum ist es die große Chance, unter einem der besten, wenn nicht dem besten Trainer der Welt, für eine der stärksten Mannschaften der Welt zu spielen. Allerdings gilt für mich auch: Geht Marmoush im Winter verpasst Frankfurt die Champions League.

Bundesliga Prognose

Nutznießer dessen könnte der BVB sein. Wird es aber nicht, weil sie zu lange an Sahin festhalten werden. Stattdessen wird Sebastian Hoeneß den VfB Stuttgart nochmal in die Champions League führen, um dann im Sommer zu einem größeren Verein zu wechseln. Das könnte der BVB sein, aber ohne Champions League Fußball wird es reizvollere Aufgaben für Hoeneß geben. Entweder in England, wo es scheinbar immer Jobs gibt oder bei Bayer Leverkusen. Xabi Alonso wird mit dem Werksclub nochmal den Pokal gewinnen und einen engen Meisterschaftskampf gegen die Bayern führen und könnte dann im Sommer endlich den lange erwarteten Wechsel zu Real antreten. Das Erbe wäre nicht ganz so schwer, wie im letzten Sommer, weil Real dieses Mal den La Liga Titel an Barcelona abtreten muss und in der Champions League spätestens an Manchester City scheitert. Die wiederum keine Chance mehr auf den Prem Titel haben, da Liverpool den im Grunde sicher hat.  Daher kann Pep sich endlich mal voll und ganz auf die heiße Phase der Champions League fokussieren.

Die Bundesliga Absteiger stehen mit Kiel und Bochum bereits fest. Pauli schätze ich stärker als beide ein, auch wenn sie über die Relegation noch absteigen könnten. Heidenheim hat sich etwas verstärkt und wird es schaffen sich zu halten. Hoffenheims Kader ist in Summe einfach zu stark für den Abstieg. Zusätzlich kommt aus Lyon der talentierte Stürmer Gift Orban und Trainer Ilzer wird die Winterpause ausreichend genutzt haben, um am Ende im hinteren Tabellenmittelfeld zu landen. Die Champions League Plätze werden bis auf Stuttgart für Frankfurt von den gleichen Teams besetzt bleiben, die sie aktuell innehaben. Die Meisterschaft wird trotz des vier-Punkte-Vorsprungs der Bayern nochmal richtig eng, weil Leverkusen zuhause am 15. Februar gegen den Rekordmeister gewinnt. Bleiben Musiala und Kane fit, wird Bayern trotzdem Meister. Die weiteren internationalen Plätze werden von Mainz, Frankfurt und Dortmund belegt.

Die 2. Bundesliga

Die, wieder mal, beste zweite Liga aller Zeiten ist in diesem Jahr tatsächlich die wohl spannendste in einer langen Zeit. Alle Teams bis Platz 12 (13. wäre Schalke) können sich noch Hoffnungen auf den Aufstieg machen. Zwischen dem HSV auf Platz drei und der Hertha auf dem 12. Platz liegen gerade mal 6 Punkte. Der aktuelle Tabellenführer Köln wird unter den ersten beiden bleiben und aufsteigen. So viel Vertrauen habe ich in den Rest der Kandidaten nicht, weshalb ich aufgrund der Kaderstärke dem HSV den Aufstieg prognostiziere, obwohl alles in mir schreit, dass sie wieder nur Vierter werden. Karlsruhe verliert mit Budu Zivzivadze den vielleicht wichtigsten Spieler, Elversbergs und Magdeburgs Spielern traue ich es nicht zu, den ganzen Weg zu gehen, Lukas Kwasniok glaubt selbst nicht an seine Paderborner. Kommt bei Hannover wieder der Breitenreiter aus Züricher Zeiten zum Vorschein, haben sie die besten Chancen ein ernstes Wörtchen um den Aufstieg mitzureden. Dahinter folgt Fortuna Düsseldorf, deren Trainer Thioune bereits gezeigt hat, dass er aus der zweiten Liga nicht aufstiegsfähig ist. Dann kommt Darmstadt mit FloKo. Der konnte die Welle des Daseins als “neuer Trainer” ein paar Wochen erfolgreich reiten, ist aber mittlerweile seit 4 Spielen ohne Sieg. In der Vergangenheit zeigte der Ex-Bremer leider kaum Fähigkeiten zur Krisenbewältigung. Nürnbergs Miro Klose bleibt bisher jeden Beweis schuldig, eine Profimannschaft erfolgreich führen zu können, auch wenn man es ihm ebenso gönnen würde aufzusteigen, wie der Hertha, bei denen alle Hoffnungen auf der Rückkehr Fabian Reeses ruhen dürften. So richtig überzeugt mich keiner der Kandidaten und, wenn wir ehrlich mit uns sind, wird sich keiner der Kandiaten in der Relegation durchsetzen können. Tippen muss ich den 3. Platz trotzdem und, trotz des Abgangs ihres Top-Stürmers, wird das der KSC.

Redaktionelle Anmerkung kurz vor Veröffentlichung des Artikels: Diese Prognose wurde vor dem 16. Spieltag geschrieben. Aufgrund des Fehlstarts von Baumgart gegen Heidenheim, schien es wichtig, das gesagt zu haben.

Eine Antwort zu „Mal schauen, was wird.”.

  1. […] Eintracht Frankfurt wusste die sich ergebende Möglichkeit zu nutzen. Die Rolle als Geschäftsführer-Sport, die er dort bekam, kannte Krösche schon aus Paderborn. Seit 3,5 Jahren bekleidet er sie nun bei der Eintracht. Die Bilanz? Kein anderer Verein in Deutschland erzielte ein größeres Transferplus als Frankfurt seit seiner Ankunft. Dabei konnte der Kaderwert um fast ein Viertel gesteigert werden. Der Gewinn der Europa League im ersten Jahr und die damit verbundene Qualifikation für die Champions League, das erste Mal in Frankfurts Geschichte, war nur der Anfang. Schaut man sich den Kader der Eintracht an und blickt auf die Abschlusstabellen der Bundesliga, sieht man, wie Frankfurt Jahr für Jahr stärker wird.  In dieser Saison könnte es sogar zum ersten Mal für die Champions League Qualifikation über die Liga reichen, auch wenn der Abgang von Marmoush es schwerer machen wird.  […]

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