Toooor für Deutschland! Tim Kleindienst verwandelt eine schön geschlagene Flanke von Joshua Kimmich per Kopf zum Ausgleich. Die schwache erste Hälfte gegen die Italiener ist in der 49. Minute vergessen. Deutschland gewinnt am Ende 2:1. Im Rückspiel ist Kleindienst zurück in der Startelf, holt einen Elfmeter raus und trifft zum 3:0 selbst. Vor weniger als zwei Jahren spielte der Luckenwalder noch mit Heidenheim in der zweiten Liga. Er zeigt wie schnell es von der zweiten Liga bis in die Nationalmannschaft gehen kann.
Bis Mai 2022 spielte auch Niclas Füllkrug noch in der 2. Bundesliga für den SV Werder Bremen. Am 16.11. desselben Jahres debütierte er in der deutschen Nationalmannschaft und fuhr anschließend mit zur WM in Katar, wo der Hannoveraner zwei Tore schoss. Rasend schnell ging es für den Hannoveraner vom 2.Liga Stürmer zu einem der Hoffnungsträger deutscher Fußballfans. Derzeit kämpft er bei West Ham vor allem mit Verletzungen, doch ist mit seiner Rückkehr zu rechnen.
Kevin Behrens spielte 2021 ebenfalls noch in der 2. Bundesliga, wo er für den SV Sandhausen stürmte. Nicht ganz so schnell wie Füllkrug, aber dennoch in beeindruckender Geschwindigkeit wurde auch er Nationalspieler. Zwar wird es wohl bei einem Kurzeinsatz bleiben, aber den kann ihm niemand nehmen.
Alle drei Stürmer haben es innerhalb kürzester Zeit vom Zweitliga Profi in den Kreis Deutschlands bester Spieler geschafft. Erst Füllkrug, dann Behrens und schlussendlich Kleindienst. Alle eint die überdurchschnittliche Größe, Kopfballstärke und physische Präsenz im gegnerischen Strafraum. Ein Profil, das Bundestrainer Julian Nagelsmann zu gefallen scheint. Das darf einigen Spielern der ersten und zweiten Ligen Hoffnung machen. Der Weg scheint weiterhin offen zu sein. Offen für einen Typ Füllkrug 4.0, der aus den unteren Ligen heraus in naher Zukunft Nationalspieler werden könnte. Doch wer könnte das sein?

Phil Harres hat sogar in der aktuellen Saison noch in der Regionalliga Nord für die zweite Mannschaft von Holstein Kiel gespielt. Mittlerweile steht der Mann aus Datteln bei sieben Bundesligatoren. Mit einer Größe von 1,93m und 87 kg Körpergewicht hat er Gardemaße für einen Zielspieler nach Nagelsmanns Geschmack. Gegen ihn spricht jedoch, dass er seit Januar kein Tor mehr geschossen hat. Sollte er seine Trefferzahl im nächsten Jahr nochmal steigern können, vielleicht für ein stärkeres Team als Holstein Kiel, dann stünde einer Nominierung nichts im Wege. Mit 22 Jahren ist er sogar noch so jung, dass man ihm durchaus Entwicklungspotenzial unterstellen darf.
Noch jünger ist Damion Downs. Der 20-Jährige hat bereits neun Tore für den 1. FC Köln in der aktuellen 2. Liga Saison erzielt und ist der jüngste in dieser Liste. Zwar dürfte der 1,91 Meter große Jungspund auch für die USA auflaufen, spielt aber aktuell in der deutschen U20 unter Hannes Wolf. Langfristig ist er vielleicht derjenige mit den besten Chancen auf eine Nominierung. Vom Gefühl her, ohne es weiter begründen zu können, wird er allerdings eher in ein paar Jahren doch dem Ruf des USMNT folgen. Immerhin kann er Ricardo Pepi dann fragen, wie das eigentlich damals wirklich mit Weinzierl lief.
Wir kommen zu Kandidat Nummer Drei. Ragnar Ache schoss für den FCK aus Lautern 15 Liga-Tore und ist mit 26 Jahren langsam ein erfahrenerer Spieler. Mit 1,82 Metern ist er zwar eigentlich zu klein für diese Liste, aber Kopfballstark genug, um dennoch Erwähnung zu finden. Immerhin traf er in der laufenden Spielzeit viermal per Kopf. Im Winter schon kurz vor einem Wechsel in die Serie A, wird der 26-Jährige vermutlich nicht mehr lange zweitklassig spielen. Ob es für die erste Liga jedoch reicht, wird abzuwarten sein. Wenn ja, ist der Weg zu Julian meist nicht weit.
Vor 1,5 Jahren spielte Nick Woltemade noch in der dritten Liga für Elversberg. Mittlerweile erhält die deutsche Antwort auf Peter Crouch regelmäßig Nationalmannschaft Shouts. Dass der 1,98 Meter große Ex-Bremer für Deutschland spielen wird erscheint so sicher, dass man ihn schon am Anfang dieses Artikels mit Füllkrug, Behrens und Kleindienst hätte aufzählen können. Aber wenigstens mit einem Spieler dieser kleinen Liste soll es auch wirklich klappen.
Das beste kommt zum Schluss. Man stelle es sich mal vor: Flanke Maxi Mittelstädt, Kopfball Davie Selke, Tor. Völlig losgelöst feiern die Fans im Stadion den Treffer fast so sehr wie Davie sich selbst. Nur Hertha-Fans verstehen die Welt nicht mehr.

Aber mal im Ernst, Selke hat von allen Nicht-Nationalspielern die meiste Ähnlichkeit mit Niclas Füllkrug. Abgesehen von der Optik. Aus der Jugend von Werder Bremen als junges Talent zu den Profis durchgebrochen, jahrelang von Verletzungen geplagt bis er endlich mal konstant fit wurde, um dann die 2. Liga bei einem Team aus dem Norden zu dominieren. He copied his whole flow, word for word, bar for bar.
Selke galt nach seiner ersten guten Saison für Werder, im Schatten von Franco Di Santo, als eine der Sturm-Hoffnungen der nächsten Jahre für Deutschland. Doch seine neun Saisontore als 19- respektive 20-Jähriger in der Bundesliga-Saison 14/15 konnte er bisher nur ein einziges Mal wiederholen. Mit seinem Wechsel zu RB in die 2. Liga tat er sich keinen gefallen, galt dann erst als ewiges Talent, irgendwann wurde sich nur noch über ihn lustig gemacht.
Aktuell steht Selke mit dem HSV vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Der 1,95 Meter große Mittelstürmer führt die Torschützenliste an und ist emotionaler Leader des Teams. WM 2026 mit Uns Davie?


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