Keine Spitzenmannschaft

0:3 gegen Feyenoord Rotterdam, 1:2 gegen Mainz, 0:1 in Unterzahl gegen Bayer Leverkusen, 1:4 gegen Barcelona und 0:1 gegen Aston Villa. Fünf Spiele hat der FC Bayern in dieser Saison verloren. Was nicht viel klingt bedeutete in der Realität das frühe Aus im DFB Pokal, den man in diesem Jahr unbedingt wieder gewinnen wollte und den Umweg über die Playoffs in der Champions League. Groß war hier die Erleichterung, dass es nur gegen Celtic Glasgow geht. Als ausgerechnet Ex-Bayer Thiago in Nyon die Lose zog, steckte in der anderen Loskugel nämlich der englische Gigant Manchester City. Zugegeben, City steckt aktuell in der größten Krise seit der Ankunft von Pep Guardiola, dennoch wäre der FC Bayern gegen das Team um Erling Braut Haaland und Kevin De Bruyne keinesfalls als Favorit in dieses Duell gegangen. In den Augen vieler Fans stand der Traum des erneuten “Finale Dahoam” mit dieser Ausgangslage bereits vor dem Aus. Dass der vielleicht feinste Techniker der Bayern-Historie seinen ehemaligen Kollegen dieses Losglück schenkte, sollte den Club erstmal beruhigen. Groß ist der Optimismus beim FC Bayern trotzdem nicht.

Es ist jammern auf höchstem Niveau. Der FC Bayern ist mit acht Punkten Vorsprung auf Verfolger Leverkusen 1. in der Bundesliga. Verliert man am Samstagabend nicht gegen den amtierenden Meister, kann man den Wiedergewinn der Bundesliga fast als sicher deklarieren. Die angedeutete Wachablösung als Nummer 1 in Deutschland, nach der ungeschlagenen Meistersaison des Bayer Konzern Teams, wäre abgewendet. Nach 21 Spielen in der Liga steht der Rekordmeister bei 65 Toren. Hält er diesen Schnitt von 3,1 Toren pro Spiel, stellt er in dieser Saison mit 105 Toren einen neuen Rekord auf. 19 Gegentore stehen dem Gegenüber. Der niedrigste Wert aller Bundesligisten. In der Champions League kann man durch einen Sieg in beiden Spielen gegen Celtic die schlechte Vorrunde kaschieren. Einzig das Pokalaus ist nicht mehr zu korrigieren.

So schlimm ist das alles also nicht. Es sind Probleme, die man sich andernorts sehnlichst wünschen würde. Trotzdem hat Joshua Kimmich Recht, wenn er sagt, dass der FC Bayern eben keine Spitzenmannschaft mehr sei. Zumindest in Europa. In der im internationalen Vergleich eher schwachen Bundesliga ist man immer noch die klare Nummer 1, die absolute Spitze des Erreichbaren. Lange galt diese allerdings eigentlich gar nicht mehr als Maßstab für die Münchener.

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Superbayern, Superbayer, Hey!

Als Kind der 2000er, das seine Jugend und prägendste Zeit mit dem Fußball als Fan des FC Bayern der 2010er Jahre erlebte, bin ich maximal erfolgsverwöhnt. Mein Fan-Dasein begann mit dem Scherbenhaufen der Bayern Ende der 00er Jahre, den man ein Jahr lang mit Ribéry und Luca Toni unsauber unter den Teppich kehrte. Jürgen Klinsmann verteilte bei seinen Umdekorierungen dann wieder alles, bis Louis Van Gaal kam und ihn sorgfälitg entsorgte. Mit seinem Verständnis vom Fußball legte der Holländer den Grundstein für die vielleicht besten Bayern jemals. Der überraschende Einzug ins Champions League Finale 2010, die Tragödie des Finale Dahoam und die Auferstehung und Krönung zum Champions League Sieger ein Jahr später in Wembley. Dann die Guardiola Jahre, in denen Bayern die Königsklasse zwar nicht gewann, aber trotzdem den schönsten Fußball Europas spielte. Die drei besten Teams der Welt, da war man sich weitestgehend einig, waren Real Madrid, Barcelona und der glorreiche FCB aus Minga.

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Als Guardiola 2016 nach drei Jahren ging, endete diese Hochglanzphase. Mit Carlo Ancelotti kam einer der größten Trainer der Geschichte als sein Nachfolger an die Isar. Doch es sollte nicht ganz harmonieren mit den Bayern-Spielern. Zu stark war der Kontrast zu seinem Vorgänger. Bayern wurde “nur” Meister, kam erstmals seit 2011 nicht ins Halbfinale der Champions League. Das Aus gegen Real Madrid im Viertelfinale war allerdings mehr als unglücklich. Als Ancelotti im zweiten Jahr nach einer 3:0 Niederlage gegen Paris Saint Germain gehen musste, übernahm noch ein letztes Mal “Don” Jupp Heynckes den Verein. Der legendäre Trainer, der eigentlich schon nach dem Champions League Sieg 2013 in den Ruhestand ging, führte den Club noch einmal bis ins Halbfinale der Königsklasse und gewann die Meisterschaft, bevor er ein für alle Mal seine Trainerkarriere beendete.

2016 passierte übrigens noch etwas anderes, das den FC Bayern stark beeinflussen sollte. Uli Hoeneß kam nach zwei Jahren aus dem Gefängnis frei und zurück zum FC Bayern. Der wiedergewählte Vereinspräsident ersetzte ein Jahr später zunächst Matthias Sammer mit Hasan “Brazzo” Salihamidzic als Sportdirektor. 2018 versuchte er dann lange, den damals 73-jährigen Heynckes von der Fortsetzung seiner Arbeit bei Bayern zu überzeugen. So lange, bis der zu diesem Zeitpunkt beste verfügbare Trainer Thomas Tuchel, dem durchaus Interesse am Bayern Job unterstellt wurde, in der Zwischenzeit in Paris unterschrieb. Neuer Bayern Trainer wurde überraschend Niko Kovac. Mit größeren Namen wie Ancelotti hätte es nicht geklappt, weswegen man es nun mit einem kleineren Namen versuche, so Hoeneß damals.

Der Anfang vom Ende der “Superbayern”

Kovac gewann mit Bayern das Double aus Meisterschaft und Pokal. Das hatte Bayern seit Guardiolas Abgang nicht mehr geschafft, weshalb man dies als großen Erfolg Kovacs anerkennen kann. Man darf dabei allerdings auch erwähnen, dass man in der Liga kurz davor stand, das Dauerabo auf den Meistertitel beendet zu sehen. 9 Punkte war der Konkurrent Borussia Dortmund zwichenzeitlich vorne. Dass man diese noch aufholen konnte, liegt auch daran, dass die Schwarz-Gelben plötzlich aufhörten zu punkten (der Urspung der in Dortmund gern gesehen “Mentalitätsfrage”). Die Auftritte der Bayern waren auch bei Siegen längst nicht so dominant wie in den Vorjahren. In der Champions League stellte sich die Mannschaft im Achtelfinale gegen Liverpool hinten rein, um die Null zu halten. Erstmals seit 2010 sah Bayern über beide Spiele deutlich schlechter aus als der Gegner. Es war das früheste Aus in der Champions League seit 2011.

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Den schlechten Start in die neue Saison konnte Robert Lewandowski durch eine plötzlich absurd gute Torquote, die Bayern den ein oder anderen Punkt rettete, kaschieren. Als Bayern mit 5:1 gegen Kovacs Ex-Verein Eintracht Frankfurt unter die Räder kam, war für den Kroaten Schluss. Man könne nicht “200km/h fahren, wenn sie nur hundert schaffen“, sagte Kovac über die Spieler.

Die Sextuple Bayern

Hansi Flick übernahm die Rolle des Cheftrainers und gewann mit Bayern alle sechs verfügbaren Titel. Der FC Bayern an der absoluten Spitze Europas. 6:0 in zwei Spielen gegen Chelsea, dann im verkürzten Wettbewerb legendär 8 zu 2 gegen Barcelona gewonnen und im Halbfinale und Finale die Franzosen aus Lyon und Paris besiegt. Das Achtelfinal-Aus im Vorjahr, vielleicht doch nur ein Ausrutscher, das Ende der Robbéry Ära kompensiert durch Coman und den 2020 überragenden Serge Gnabry. Für den Sommer stand außerdem bereits Star-Neuzugang Leroy Sané fest. Es konnte also nur so weitergehen. Im Nachhinein muss man den Erfolg vielleicht ein Stück weit relativieren. Die Corona bedingt zuschauerlosen Spiele und insbesondere die, im Vergleich zu den anderen Ligen, längeren Spielpausen der deutschen und französischen Teams könnten ein leicht verzerrtes Bild von der Stärke Europas Top Teams generiert haben.

Ein kurzes Hurra

2020 wurde dann auch endlich ein Nachfolger für CEO Karl-Heinz Rummenigge gefunden. Torwartlegende Oliver Kahn schien der perfekte Kandidat, um die schweren Fußstapfen zu füllen. Er und Hasan Salihamidzic sollten das neue starke Führungsduo des FC Bayern werden, damit Hoeneß und Rummenigge endlich in den Ruhestand gehen könnten. In der Liga wurde Bayern trotz vergleichsweise vielen Gegentoren wieder ungefährdet Meister. In der Champions League war das Aus wegen weniger Auswärtstoren gegen Paris im Viertelfinale unglücklich. Überschattet wurde die Saison von öffentlich ausgetragenen Unstimmigkeiten zwischen Erfolgstrainer Hansi Flick und Sportvorstand Salihamidzic. Obwohl die Fans eher Partei für den Trainer ergriffen, war es der medial oft unglücklich auftretende „Brazzo“, der den Machtkampf gewann. Flick verließ die Bayern, um erfolglos Nationaltrainer zu werden. Salihamidzic, dem man eine gewisse Nähe zum immer noch sehr einflussreichen Patriarchen vom Tegernsee, Uli Hoeneß, nachsagte, blieb dem Verein erhalten.

Das Team konnte weitestgehend zusammengehalten werden. Einzig der eingangs genannte Thiago verließ nach dem Gewinn der Champions League den Verein. Im Finale noch einer der besten Spieler des Teams, war es ein Jahr vor seinem Vertragsende verständlich, dass man einem so verdienten Spieler nochmal einen Wechsel ermöglicht. Weniger verständlich ist, dass bis heute kein Ersatz für ihn verpflichtet wurde. Die “Doppelsechs” bekleideten von nun an gemeinsam Leon Goretzka und Joshua Kimmich. Beide, genau wie Coman und Gnabry, sollten in der Folge zu den absoluten Top-Verdienern im Verein gehören.

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Abwärts

Julian Nagelsmann wurde neuer Trainer. Der bekennende Bayern-Fan, der trotz erfolgreichen Stationen bei Hoffenheim und Leipzig noch immer Trainer Talent genannt wurde, sollte bei Bayern “eine Ära prägen”. Diese ging dann leider doch keine 2 Jahre. Eine Niederlage gegen Leverkusen und die Frechheit des Trainers in seiner Freizeit, Freizeitsport zu betreiben, sahen Kahn und Brazzo als Gründe dafür, die sportlichen Ziele des Vereins in Gefahr zu sehen. Dass man vor der Niederlage gegen Leverkusen viermal in Folge siegte und in der Champions League souverän gegen Paris Saint-Germain weiterkam, reichte für den heutigen Bundestrainer nicht. Thomas Tuchel war auf dem Markt. Dieses Mal wollte man ihn nicht verpassen.

Etwa drei Wochen später war Bayern sowohl aus dem DFB-Pokal als auch kläglich aus der Champions League geflogen. Ein europäisches Spitzenteam ist der FC Bayern schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Im Vorjahr gegen Villareal gescheitert, flog man nun erneut im Viertelfinale und chancenlos gegen Manchester City raus. Tuchel kann man dabei kaum einen Vorwurf machen. Einen neuen Trainer mit stark konträrem Spielansatz zum Vorgänger in einer Saisonphase, die so voll ist, dass die Teams zwischen den Spielen kaum trainieren können, ist Wahnsinn. Doch Tuchel konnte das Ruder beim FC Bayern nicht mehr herumreißen. Nachdem nur das Dortmunder Nervenversagen den Bayern noch zum Meistertitel verhalf mussten die Entscheider Kahn und Brazzo gehen. Im Folgejahr war es trotzdem so weit. Trotz Rekord-Neuzugang Harry Kane reichte es 2024 für den Serienmeister erstmals seit 2012 nicht mehr für den Bundesligatitel.

Da sind wir wieder – Heute

In der Zwischenzeit haben Christoph Freund als Sportdirektor und Max Eberl als Sportvorstand das Zepter der sportlichen Verantwortung an sich gerissen. Eine leichte Aufgabe haben sie nicht. Spieler wie Gnabry, Sané und Goretzka verdienen wie Top Stars, spielen aber nicht so. Sich von Ihnen zu trennen ist schwerer als gedacht. Sehr öffentlichkeitswirksam versuchten sie, Leon Goretzka im Sommer loszuwerden. Gnabry galt ebenfalls erst als Verkaufskandidat, spielte aber eine gute Vorbereitung und sollte eine weitere Chance bekommen. So richtig nutzen konnte er sie nicht. Für Kingsley Coman akzeptierten sie ein hohes Angebot aus Saudi-Arabien, der Spieler entschied sich aber dagegen. Auch Joshua Kimmich galt kurzzeitig als Verkaufskandidat, konnte den neuen Trainer jedoch mit seinen Leistungen überzeugen. Sein Vertrag endet im Sommer 2025, ein im letzten Sommer noch diskutierter Gehaltsverzicht scheint ausgeschlossen. Zu gut sind seine Performances in der laufenden Saison, zu groß ist das Interesse anderer Vereine. Unklar ist immer noch, ob sich der Mittelfeldspieler, der in der Vergangenheit schon über mangelnde Unterstützung seitens des Vereins klagte, für einen Verbleib entschied. Aus der Gruppe um ihn, Goretzka, Sané und Gnabry, die sich schon lange kennen und die teils enge Freundschaften verbindet, ist Kimmich wohl der einzige, den man beim FC Bayern gerne über die Saison hinaus halten möchte. Schwer vorstellbar, dass vor allem die groteske Art, mit der man versuchte, Kimmichs langjährigen Nebenmann Goretzka aus dem Verein zu drängen, spurlos an der Mannschaft vorbeiging.

Wenig länger als der Vertrag von Kimmich lief der Vertrag von Jamal Musiala, dem wertvollsten Spieler im Kader der Münchner. Die Verhandlungen liefen sehr lange. In den Medien heißt es, in seinen neuen Vertrag wurde eine Ausstiegsklausel aufgenommen. Ein besorgniserregendes Novum. Den vielleicht bedeutendsten Spieler der mittelfristigen Bayern-Zukunft in jedem Jahr potentiell ohne Mitspracherecht zu verlieren, bestätigt Kimmichs These. Die klare Identifikation der Top Spieler der Mannschaft mit dem Verein scheint abhandengekommen. Starstürmer Robert Lewandowski forcierte im Jahr 2022 seinen Abgang. Sowohl Kimmich als auch Musiala lassen bzw ließen sich zumindest mal sehr viel Zeit für ihre Entscheidungen pro Bayern. Alphonso Davies verlängerte nach langem hin und her schlussendlich für ein sehr hohes Salär. Enthält Musialas Vertrag wirklich eine AK, ist das ein klares Zeichen, dass er irgendwann den nächsten Schritt gehen wird. Auch Top-Stürmer Kane soll laut neuesten Medienberichten eine Ausstiegsklausel im Vertrag stehen haben. Die letzten Hinterbliebenen der glorreichen Zehner-Jahre Neuer und Müller sind mittlerweile in die Jahre gekommen, ihre Tage als Profifußballer gezählt.

Quelle: Creative Commons| Steffen Prößdorf

Einer, der sich ganz besonders mit dem FC Bayern identifizierte, war der junge Stürmer Mathys Tel. Nach Jamal Musiala, vielleicht das größte Talent im Kader der Bayern, fand sich der junge Franzose in dieser Spielzeit immer häufiger auf der Bank wieder. Die Großverdiener auf den offensiven Außen, von denen man sich zuvor erfolglos versuchte zu trennen, bekamen den Vorzug. Tel, der stets den Wunsch äußerte, sich bei Bayern durchzubeißen, wurde plötzlich aussortiert. Erst als ihm vom Verein unmissverständlich klar gemacht wurde, dass er erstmal keine Spielzeit mehr erhalten wird und man sich von ihm trennen wolle, willigte er zum Wechsel nach Tottenham ein. Eine Leihe mit Kaufoption, die, wenn sie gezogen würde, allen Parteien “Spaß” bringen würde, so Bayerns Vorstandsvorsitzender Christian Dreesen. Die Fans dürften das anders sehen, verkörpert Tel doch alles was man sich von einem jungen Spieler wünscht. Die Verantwortlichen nutzten die Chance schnell viel Geld zu verdienen, geben dafür aber eine der potentiellen Identifikationsfiguren des Vereins für die nächsten 10 Jahre auf.

Die Trainersuche

Den letzten Hinweis auf die Richtigkeit Kimmichs Aussage gab es bereits vor der Saison. Obwohl man am Ende mit Vincent Kompany einen guten Fang machte, war der Prozess der Trainersuche, man muss es so hart sagen: peinlich. Nicht nur weil ein Trainer nach dem anderen den Bayern öffentlich absagte, was allein schon Kimmichs These unterstützt, sondern auch weil die gehandelten Kandidaten unterschiedlicher nicht hätten sein können. Mit Ralf Rangnick war man sich im Grunde einig, bevor sich dieser doch für die Nationalmannschaft Österreichs entschied. Ein Trainer, dessen Teams in erster Linie durch Laufarbeit, hohes Pressing und eben dem Spiel gegen den Ball glänzen. Gekommen ist Vincent Kompany, dessen Fokus erheblich mehr auf dem Spiel mit dem Ball liegt. Ohne auf die taktischen Feinheiten einzugehen, die diese Trainer noch unterscheiden, zeigt sich: Einen klaren Plan bei der Trainersuche gab es nicht. Nicht etwa nach einem Trainer, der zur Mannschaft passen würde oder der die Spielphilosophie des Vereins verfolgt wurde gesucht, sondern, anscheinend, einfach nach jemandem, der irgendwo schon mal erfolgreich war. Weil alle anderen absagten, war dieses “irgendwo” dann die zweite Liga in England. Dass Kompany bei den Bayern zumindest in der Liga gut funktioniert, ist mehr als glücklich für Eberl und Freund.


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Alles halb so schlimm?

Ist dieser gesamte Text in seinen fünf Seiten Frustration über einen Verein, der aktuell mit 8 Punkten Vorsprung die Bundesliga anführt, der über einen der teuersten und talentiertesten Kader der Welt verfügt, mit sechs Siegen in Serie das form stärkste Team Europas ist und dessen Trainer den bisher besten Bundesliga Punkteschnitt aller Bayern Trainer hält, eine Überreaktion? Selbstverständlich. Als Fußballfan ist es fast meine Pflicht, mit meinem eigenen Team vielleicht etwas überstreng zu sein. Dass es nicht so gut läuft wie vor zehn Jahren ist zwar wahr, aber lief es außerhalb der 2010er Jahre denn überhaupt jemals so gut bei Bayern?  Eigentlich nicht. Zwar gewann das legendäre Team der 70er Jahre dreimal in Folge den Europapokal der Landesmeister, wurde aber im dritten Jahr nur noch 11. in der Liga.

Der Konkurrenz geht es genauso

Festzustellen ist außerdem, dass es aktuell keine Mannschaften wie die Real-, Barca- und Bayernteams, die vor 10 Jahren alles in den Schatten stellten, mehr gibt. Liverpool dominierte zwar die Champions League Gruppenphase, verlor aber unlängst im Pokal gegen einen Zweitligisten. Real Madrid hatte in der Champions League genauso zu kämpfen wie Bayern und spielt nun im Playoff gegen das schlechteste Manchester City seit 2016. Paris Saint-Germain schaffte es ebenfalls nur in die Play-offs und der FC Barcelona steht in La Liga nur auf dem dritten Platz. Vielleicht ist Bayern also gar nicht so viel schlechter geworden, denn den anderen geht es ja genauso. Vielleicht ist der Unterschied zwischen den absoluten Top Teams und den anderen einfach nur geschwunden. Vielleicht ist es aber auch beides und vielleicht ist das okay so. Jedes Jahr konkurrenzlos Meister zu werden und sich erst ab der zweiten Saisonhälfte wirklich auf Spiele freuen zu können, weil da mal eine echte Challenge ist, ist schließlich auch öde. Da ist es doch fast schon schön, ein Sechzehntelfinale gegen Celtic Glasgow als Bayern-Fan mit großer Spannung zu erwarten.
Fast.

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